Dr. Matthias Maruschke

OA Dr. med. an der Universitätsklinik


Die Hochschuldidaktik ist heute zweifellos ein fester, integraler Bestandteil in der medizinischen Lehre. Aber die Aus- und Weiterbildung der im Bereich der Medizin in der Lehre Tätigen ließ in der Vergangenheit noch Reserven offen und rangierte in der Wertigkeit oft hinter der Forschung. Dabei ist gerade die Qualität der studentischen Ausbildung junger Mediziner in hohem Maße vom Anspruch und Niveau der Lehre und damit auch von der didaktischen Qualifikation des Nachwuches der Lehrenden abhängig.

 

Dem Abbau dieser Dysbalance zwischen Forschung und Lehre wird seit einigen Jahren in der Medizin besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Die Initiativen von Seiten des Studiendekanats und des Zentrums für Qualitätssicherung in Studium und Weiterbildung mit einem Pilotprojekt können als Beginn einer zukunftsorientierten Erfolgsgeschichte angesehen werden. Wissenschaftliche Mitarbeiter und Habilitanden der Medizin werden erstmals in einem strukturierten, auf die Belange der Praxis zugeschnittenen Curriculum systematisch mit didaktischen Problemen konfrontiert und mit speziellen Fragestellungen wie z.B. Rhetorik, Stimmbildung, didaktischem Visualisieren und dem Planen von Vorlesungen vertraut gemacht. Da die unterschiedlichen bereits vorhandenen Erfahrungen der Teilnehmer aus den verschiedenen Fachgebieten in die Seminare mit einfließen, ist dieses Curriculum keinesfalls statisch, sondern es entsteht im Gegenteil eine lebhafte und kreative Atmosphäre. Kein Seminar ist dadurch uniform und deckungsgleich zu einem anderen. Es lohnt sich also in jedem Fall, mehrere Veranstaltungen dieser Art zu nutzen.

 

Große Sorgfalt wurde auch auf die Auswahl der Seminarleiter und Tutoren verwendet, durch deren Engagement das Vorhaben entscheidend belebt wird und die großes pädagogisches Geschick auf diesem sicher nicht immer ganz einfachen Gebiet der Erwachsenenqualifizierung bewiesen haben. Dem Teilnehmer wird es ermöglicht, auf die Erfahrungen des ganzen Kurses zurückzugreifen und diese direkt für die eigene Lehrtätigkeit umzusetzen.

Damit ist ein Curriculum der Lehre, aus der Praxis für die Praxis entstanden, dem zu wünschen ist, dass es seine Flexibilität und seinen Anspruch behält und damit auch in Zukunft steigenden Zuspruch von Interessenten erfährt.


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