Lange Nacht der Wissenschaften 2012



Von grünen Knöpfen, AAL und Gartentherapie - die Lange Nacht der Wissenschaften 2012


Bei der neunten Langen Nacht der Wissenschaften am 26.04.2012 war auch das Team des Zentrums für Qualitätssicherung in Studium und Weiterbildung vertreten. Auf dem Campus Ulmenstraße 69 konnte von 18 bis 23 Uhr in zwei Räumen spannenden Vorträgen gelauscht und Einblick in die Themenbereiche der Weiterbildung genommen werden.

 

Ab 19 Uhr sprach Henrietta Hartl, Lehrbeauftragte im Masterstudiengang Technischen Kommunikation, über die Tücken der technischen Dokumentation. Unter dem Titel „Drücken Sie den grünen Knopf – auch wenn er blau ist! Bedienungsanleitungen und andere Katastrophen“ präsentierte sie anschaulich lustige und skurrile Beispiele aus ihrem Erfahrungsschatz. Auch fatale Folgen von Übersetzungsfehlern in Gebrauchsanleitungen blieben nicht unerwähnt. Denen ließe sich durch eine gute technische Dokumentation, die den Benutzer des Gerätes in den Mittelpunkt stellt und mehr auf Gebräuchlichkeit ausgerichtet ist, entgegenwirken. Wie man gute Gebrauchsanleitungen schreibt, kann man unter anderem im Masterstudiengang Technische Kommunikation lernen, zu dem am Infostand Material bereitgelegt war.

 

Im Anschluss daran stellte Jenny Kempka vom IT College Putbus ab 20 Uhr AAL vor. Was sich zunächst nach Fisch anhörte, wurde im Vortrag als Ambient Assisted Living oder altersgerechte Assistenzsysteme vorgestellt. Darunter fallen Produkte und Dienstleistungen, die auf den demographischen Wandel reagieren, der Deutschland in knapp 20 Jahren zwar zum Land mit der ältesten Bevölkerung weltweit machen wird, aber dennoch nicht die weltweit beste Betreuungssituation zur Folge hat. So werden Technologien notwendig, die das Zuhause älterer und alleinstehender Menschen sicherer und gesünder machen. Frau Kempka zeigte an ausgewählten Beispielen, dass gezielte Hilfsmittel zum einen den Erhalt und die Förderung der Selbstständigkeit gewährleisten, zum anderen auch praktische Vorteile haben. So konnten zwei Zuhörer vor Ort jeweils ein Gerät zur Messung des Sauerstoffgehaltes beziehungsweise des Blutdruckes ausprobieren, die in der Lage sind, die Werte direkt von zu Hause aus an den Arzt in seiner Praxis zu übermitteln.

 

Parallel zu diesem Vortrag sprach Torsten Retzlaff, Geschäftsbereichsleiter der Wasserbau und Geotechnik INROS LACKNER AG über die Möglichkeiten und Probleme einer langfristigen Hafenentwicklung in Rostock und anderen Küstenstädten. Dafür sei es notwendig, Synergien aktiv zu befördern und Konflikten mit Ausgewogenheit und Kompromissbereitschaft zu begegnen. An Beispielen aus dem Ost- und Nordseeraum wurde gezeigt, wie dies gelingen kann.

 

Thomas Henschel stellte sich anschließend der Frage: Gartentherapie? Wieso - ist der Garten krank? Gartentherapie wird in Deutschland als besondere Form der Ergotherapie anerkannt und richtet sich generell an alle, die gesünder werden wollen und dies platt ausgedrückt: durch simples Wirken im Garten. Henschel, selber ausgebildeter Gärtner und seit einem Universitätslehrgang freiberuflich als Experte für Gartentherapie tätig, informierte die interessierte Zuhörerschaft über die recht lange Geschichte der Gartentherapie – schon in der Bibel findet sich ein Anhaltspunkt darauf. Während der Beruf des Gartentherapeuts in den USA anerkannt und streng zertifiziert wird, ist in Deutschland noch Aufbauarbeit zu leisten. Im Botanischen Garten kann man sich seit kurzem freitags selbst ein Bild davon machen und es gibt Bemühungen, an der Universität Rostock in Kürze eine Ausbildung zum Gartentherapeuten zu ermöglichen.

 

Ab 21 Uhr referierten die Psychologen Dr. Jessica Stockburger und Dr. Ulf Gausmann zum Thema „Das Leben ist (k) Psychodrama!“. Das Psychodrama wurde als Methode zur Unterstützung der eigenen psychischen Entwicklung von Jakob Moreno entwickelt. Psychisches Geschehen wird auf einer „Bühne“ sichtbar und bearbeitbar gemacht und bringt spannende Erkenntnisse an die Oberfläche.


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